Burning Bright

Date June 25, 2006 | Map

Das Finale des diesjährigen Greenwich and Docklands International Festivals war wieder in Three Mills Green angesagt; dort, wo letztes Jahr das spektakuläre Bagger-Ballett stattfand. Mit entsprechend hohen Erwartungen schaufelte ich mir den Abend frei und fuhr hin. Das Three Mills Green ist ein schlichtweg fantastischer Ort für solche Veranstaltungen, allerdings war ich doch ein wenig enttäuscht.


Anscheinend war das Festival letztes Jahr herausragend gut. Dieses Jahr war es auch gut, aber nicht ganz so herausragend. Offensichtlich bin ich schon zu lange in London und dementsprechend verwöhnt mit skurillen, kreativen und groß angelegten Events. Naja.

Lob haben sich die Aktiven von Burning Bright allerdings absolut verdient. Spannend war die Eröffnungssequenz mit grün brennenden Seilen, die über eine lange Fläche aufgereiht waren und von einzelnen Flammenwerfern begleitet wurden. Das schuf eine erwartungsfreudige Stimmung – die Jungs und Mädels von The World Famous wissen, was sie mit Feuer und Pyrotechnik anfangen können.

Dann begann eine Eingangsparade: Eine bengalische Trommlertruppe zog in düstere Kostüme verkleidet ein und sorgte mit ihren Rhythmen für weiterhin steigende Spannung. Am Ende der Parade war der bengalische Tiger, ein von mehreren Menschen bewegtes, großes, vollbewegliches Tigermodell. Etwa zehn Nummern kleiner als der Sultan’s Elephant, und immer noch viermal kleiner als Drako. Ok, dafür von Leuten aus der Gegend erschaffen und organisiert.

Genau das war halt der Punkt: Hier führten keine großen, internationalen Theatre Companies ihr Mega-Programm auf, sondern Menschen aus London, sowohl Künstlergruppen als auch ganz normale Menschen – ein Teil des Greenwich and Docklands International Festivals wird immer auch von der lokalen Community, also Schulen oder Gemeindezentren organisiert, um die Menschen, die hier leben, einzubringen. Hat man diese Perspektive im Hinterkopf, war es eine sehr beeindruckende Veranstaltung: In einer durchschnittlichen deutschen Großstadt würden allen Bewohnern die Augen aus dem Kopf fallen. In London muss sich die einfache Lokalbevölkerung halt etwas mehr anstrengen – und sie können’s ja auch.

Jedenfalls fand ich den Teil nach der Parade ziemlich langweilig. Allerdings stehe ich auch nicht unbedingt auf Tanzperformances (war schon durchaus gut performt) und vor allem nicht auf so einen DJ-orientierten Soundtrack, der von Nasha zusammengestellt wurde. So kann man “östliche” (was immer die darunter verstehen) musikalische Einflüsse kaputtintegrieren in belanglosen Elektro-Mist. Bin mir aber sicher, die Musik findet ein paar Abnehmer – haltet sie nur von mir fern, ok?

Sehr beeindruckend war am Ende das Feuerwerk, an dem sich die Weltberühmten noch einmal richtig austoben konnten. Schlussendlich konnte man sich den mechanischen Tiger aus der Nähe anschauen – schon nicht schlecht, was die da geleistet haben.

 


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