Meditation mit Iona

Date October 1, 2006 | Map

Im Titel ist ein Fehler. Unkundige werden wahrscheinlich meinen, es müsste “Meditation auf Iona” heißen, Eingeweihte wissen aber, dass es sich um die Band Iona handelt. Nein, der Fehler ist, dass die heutige Meditation in der St Paul’s Cathedral nicht von der vollständigen Band Iona untermalt wurde, sondern “nur” von zwei Bandmitgliedern: Dave Bainbridge und Troy Donockley. Hammer!

Troy Donockley & Dave Bainbridge

Troy Donockley & Dave Bainbridge

Wie kommt es, dass Musiker einer Progressive-Rock-mit-stark-folkloristischem-Einschlag-orientierten Band unter der beeindruckenden Kuppel der St Paul’s Cathedral spielen? Nun, zunächst ist die Band Iona (bzw. die Musiker) stark christlich geprägt – ich erinnere mich noch, dass der Monitor-Soundmann auf einem Iona-Konzert bei Frankfurt etwas befremdet war, als vor dem Konzert Backstage gebetet wurde. Weiterhin haben Dave und Troy ein ganzes Album mit Improvisationen in einer Kirche aufgenommen – als Kunstkopfaufname! Wirkt mit Kopfhörer einfach unglaublich!

Event Flyer Front

Event Flyer Front

Klar, dass ich bei diesem Event mit solch herausragenden Musikern dabei sein musste. Witzig war, dass tatsächlich ein paar langhaarige Prog-Rocker in schwarzen T-Shirts auftauchten, ansonsten war die Meditation aber nicht überfüllt. Dave hatte sein typisches Keyboard-Set plus Gitarre aufgebaut, neben Troy stand eine Auswahl diverser Flöten und natürlich Uilleann Pipes. Die Meditation selbst bestand aus einer Einleitung mit Bibel-Lesung, gefolgt von Ansprachen zu den Themen Stein, Holz und Metall (das Unterthema der Meditation lautete “Nachhaltigkeit”), die jeweils anschließend musikalisch interpretiert wurden. Anschließend gab es noch eine Segnung und eine gemeinsam gesungene Hymne auf Basis einer walisischen Weise (wie passend für die Musiker!), und nach einem Moment der Unsicherheit gab es noch etwas Musik.

Event Flyer Innen

Event Flyer Innen

Ich war überrascht, wieviel Musik hier gespielt wurde – gefühlt nahm die Musik deutlich mehr als die Hälfte der Meditation ein. Das gibt meinerseits natürlich keine Beschwerden! Insgesamt war dieses Ereignis tatsächlich einmalig und ganz, ganz besonders. Zurückhaltende Zeremonien, Ansprachen und Musik ergänzten sich prächtig zu einem sehr runden Ereignis, das der Bezeichnung Meditation absolut entspricht. Und diese Art von Musik aufgeführt an diesem Ort – einfach herrlich. Nicht nur, dass Dave und Troy ihr Handwerk ausnehmend gut beherrschen und sehr gut aufeinander abgestimmt sind, sie haben ihre Interpretationen auch wunderbar der typisch Kathedralen-langen Nachhalldauer angepasst. Im Prinzip handelte es sich um ein Dreier- oder sogar Vierer-Ensemble: Holzblasinstrument, Keyboards, Gitarre und Kathedrale. Musikalisch bin ich nun wirklich weder unvorbelastet noch unerfahren, aber sowas hatte ich bisher noch nie erlebt. Gänsehautatmosphäre, Faszination und absolutes Wohlfühlen zur gleichen Zeit. Mir fehlen die Worte.



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