Weihnachtsmarkt in Canterbury

Date December 9, 2006 | Map

Wie kommt ein Weihnachtsmarktausflug nach Canterbury zustande? Zunächst wird in einem deutschen Forum gepostet, dass es ein paar deutsche Weihnachtsmärkte in Großbritannien gibt, dann wird über 30 Beiträge diskutiert, wo denn überhaupt, in weiteren 45 Beiträge kristallisieren sich Ort und Datum für einen gemeinsamen Besuch heraus, gefolgt von 30 Beiträgen, in denen sich die Gruppe bildet, die sich überhaupt treffen will, dann legt man über 20 Beiträge die Uhrzeit fest, und es dauert nur etwa 15 Beiträge, bis der genaue Treffpunkt am Bahnhof feststeht.

Canterbury Christmas Market

Canterbury Christmas Market

140 Beiträge und etwa sechs Wochen nach Beginn der Diskussion stehen bei weitem nicht alle angekündigten Weihnachtsmarktgeher an der Victoria Station sonntags um halb elf und wundern sich, ob jetzt noch welche kommen, wer wieder geht und ob das alles überhaupt klappt. Tat es natürlich, und nur zwei Stunden später trafen wir unsere selbstangebotene Touri-Führerin, mit der wir insgesamt zu elft waren. Allerdings nicht lange, weil sich ein paar ziemlich schnell wieder verabschiedeten.

Da wir jetzt nicht schnurstracks zum Glühweinstand wollten, besuchten wir erst einmal das Canterbury Castle, liefen aber schon bald über die Stadtmauer in Richtung Innenstadt – und waren direkt auf dem German Christmas Market. Tatsächlich, wie in Deutschland: Glühwein, Bratwurst, Crêpes, Kunsthandwerk und so weiter in Holzhütten, teils mit deutscher Beschilderung! Nur zwei Dinge waren anders: Der Rahmen war mit einer Handvoll Hütten doch etwas kleiner, dafür waren die Preise umso größer. Bei einer Bratwurst war meine vegetarisch orientierte Ernährung wieder etwas orientierungslos, aber wenn die Wurst mit einem nordisch-netten schleswiger Dialekt überreicht wird, kann man ja nicht ablehnen. Gut auch, dass es Glühwein gab, denn warm war’s nicht. Dafür aber sehr sonnig, super!

Nachdem der Weihnachtsmarkt sich als nicht unbedingt halbtagesfüllendes Programm darbot, entdeckten wir noch das Städtchen: Total goldig, mit viel mittelalterlichem Charme. Im Sommer bestimmt auch sehr angenehm. Canterbury ist natürlich für seine Kathedrale bekannt, und wir hatten das Glück, dass heute der Eintritt – warum auch immer – kostenlos war! Wäre das nicht gewesen, wären wir wohl nur daran vorbei gegangen, und das wäre ein riesiges Versäumnis gewesen. Total beeindruckend, das Ding, vor allem bei dem Wetter: Die Sonne veranstaltete tolle Farben- und Lichtspiele in der großen Halle mit ihren fast absurd hohen Säulen.

Dieser unverhofften Kulturkomponente ließen wir dann eine Kaffeekulturkomponente folgen, auch schön. Der folgende Spaziergang führte bereits im Dunkeln wieder über den Weihnachtsmarkt zurück zum Bahnhof. Ein gelungener Tag.



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