Imli in der Gruppe

Date March 12, 2007 | Map

Geburtstag – nein, nicht meiner, aber sowas ist immer eine gute Gelegenheit, mit mehreren Leuten Spaß zu haben. Auf dem Programm stand heute Imli, ein indisches Tapas-Restaurant. Interessant.

Um locker zu werden, begann der Spaß zunächst im Slug & Lettuce Soho. Unter den Kneipenketten ist die Nacktschnecke und der Salat, wie es auf deutsch heißt, die stylische Variante, also nicht der traditionelle Boozer mit Teppich auf dem Boden, sondern die Version für Anzug- und In-Typen. Wirkt auf mich eher steril, aber da die Beleuchtung üblicherweise ganz nett ist, kann man durchaus mal hin. Wenn man gebeten wird, denn freiwillig würde ich jetzt nicht rein. Lange blieben wir sowieso nicht, denn uns erwartete ja ein gedeckter Tisch gegenüber.

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Mit dem Imli blieben wir allerdings im gleichen Stil, denn auch hier wirkte alles slick und schick, es sollte ja zu modernen indischen Tapas passen. Indische Tapas? Ja, genau. Im Prinzip kleine Portiönchen hübsch zurechtgemachter indischer Speisen in kleinen Schälchen. In erster Linie was fürs Auge, aber auch was für den Gaumen?

Nun ja: Ja. Da die Speisekarte so grundverschieden zum Inder von gestern war, konnten wir uns nicht unter allen Gerichten etwas vorstellen. Um das Risiko einer Fehlbestellung zu minimieren, bestellte glaube ich die ganze Truppe Probiermenüs – vielleicht war das sogar Pflicht bei 13 Personen. Wie auch immer, was kam, bevölkerte schnell den ganzen Tisch. Und auch wenn die Portionen wirklich klein waren, war es genug um satt zu werden – nicht pappsatt, aber angenehm gefüllt. Für das Papp sorgte dann das Dessert.

Die Einrichtung ist rustikal-elegant gehalten: dunkle Holzdielen, dunkle Holztische, dunkle Holzstühle, helle Beleuchtung, großflächige, bunte Fototapeten an der Wand, die glückliche Inder mit bestimmt ebenso glücklichen Gewürzen und Zutaten zeigen. Die Bedienungen schienen alles andere als indisch zu sein, waren aber superfreundlich, so sie denn englisch sprachen. Die Servierer hatten nämlich wenig bis keinen Kundengesprächskontakt, dafür waren die Bestellannehmer da.

Ingesamt interessant – eine komplett andere Erfahrung als die Standard-Inder, die man überall hat. Die Küche ist definitiv Upmarket, allerdings auch deutlich den europäischen Geschmacksnerven angepasst; Curry-Geschmacksexplosionen gibt es hier weniger, dafür fein definierte, interessante Kombinationen sehr unterschiedlicher Zutaten. Vom Preis her nicht das billigste, aber auch nicht das teuerste Restaurant, daher: Gerne wieder. Nicht regelmäßig, aber wenn man mal Lust auf stilvolles, modern-kreatives Dinner hat. Oder Lunch, denn das gibt’s auch, deutlich günstiger.

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