The Tempest

Date March 9, 2007 | Map

Rückblick: 13. Januar 2007, Novello Theatre, Patrick Stewart, Shakespeare-Stück.
Gegenwart: 9. März 2007, Novello Theatre, Patrick Stewart, Shakespeare-Stück, aber ein anderes. Ha!

Gut, dass meine beiden Gäste deutlich literaturinteressierter sind als ich, und gut, dass sie genauso gerne Theater mögen, denn eine solche Aufführung kann man sich nicht entgehen lassen: The Royal Shakespeare Company presents The Tempest mit Patrick Stewart im Novello Theatre.

Ticket

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Was für eine Aufführung, und was für ein Gegensatz zu Antony and Cleopatra im Januar! Während Antony and Cleopatra sich vollkommen auf die Darstellerleistung konzentrierte und nur ein äußerst minimalistisches Bühnendesign bot, versucht The Tempest die Darstellerleistung mit einem geradezu extravaganten Bühnenbild zu unterstützen. Und dies gelang vortrefflich, sogar mit Hilfe moderner Medien wie Video, auch wenn oder gerade weil es der Story einen anderen Kontext gab: Statt warmer Mittelmeerinsel befanden wir uns in einer apokalyptischen Eislandschaft.

Patrick Stewart war wieder überragend. Die Rolle des Prospero war so anders als Antony und trotzdem perfekt verkörpert. Auch die anderen Schauspieler überzeugten: John Light macht die Komplexität Calibans fassbar, man begegnet ihm mit einer Mischung aus Faszination, Abscheu und Mitleid. Hinter Ariel schien meines Erachtens anfangs der Mensch Julian Bleach zu stark hervor, im Nachhinein muss ich aber zugeben, mich grundlegend getäuscht zu haben – oder täuschen habe lassen: Die sonore Darstellung Ariels in Kombination mit den überraschenden und kreativen Auftritten verliehen dem Charakter die Mystik und Andersartigkeit, die die Übernatürlichkeit dieser Rolle verdeutlichten.

Das opulente Bühnenbild mit etlichen Spezialeffekten war mehr als nur ein Sahnehäubchen. Manche mögen meinen, es sei schon zu viel, denn mitunter weiß man gar nicht, wohin man seine Aufmerksamkeit lenken soll, um keine Details zu verpassen. Genau dies aber sorgt für eine komplette Immersion in die Materie: Wir als Zuschauer sind mit auf der Eisinsel, von der Aktion lediglich getrennt durch eine durchsichtige, unsichtbare Eiswand, aber gefangen von denselben Zwängen, Entwicklungen und Grausamkeiten, die die Charaktere auf der Bühne erleben. Grandios.

Telegraph Review
The Times Review
Guardian Review
The Stage Review



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