Sunday Evening with June

Date November 27, 2005 | Map

Jeden Sonntag spielt June im Duke of Kendal Klavier. June ist nicht mehr die Jüngste, und die meisten ihrer Gäste ebensowenig. Aber alle kennen die Songs, die wahrscheinlich große Hits waren, als June und die Gäste noch wild und jung waren. Und so bietet June die Basis für ein vergnügliches Mit- und Vorsingen – Karaoke à la 30er, live in London. Super!

Nach einem enttäuschenden Kinoerlebnis doch noch ein fantastischer Abend: Zwar waren nur noch gerade so zwei Plätze am Tresen frei, aber beide boten einen guten Blick auf das Geschehen, um das Spektakel vom Rande zu beobachten und trotzdem das Gefühl zu haben, mittendrin zu sein.

Die Gäste der Sechzig-Plus-Kategorie waren eindeutig in der Überzahl, und sie schienen allesamt Regulars zu sein. Textsicher intonierten sie Refrains, überließen gelegentlich aber auch komplette Songs Solisten, die mit Pint in der Hand ihr Körpervolumen akustisch glänzen ließen, songdienlich begleitet von der wunderbaren Lady June.

Uns waren die meisten Lieder nicht geläufig, aber das Zuhören machte trotzdem Spaß – das war die Musik, die später vom Rat Pack aufgegriffen wurde, ihre Wurzeln aber tief in der Gesellschaft hatte. Die Texte, soweit verstehbar, waren teilweise durchaus frivol, regten zum Schmunzeln an und sprachen Wahrheit und Träumerei zugleich. Apropos frivol: Der visuell Älteste der Gäste schien ein ganz besonderer Casanova zu sein und griff sich zielsicher hübsche, junge Frauen aus dem Publikum, um mit ihnen zu tanzen – mit einer Gelenkigkeit, die man ihm nicht mehr so ohne weiteres zugetraut hätte.

Am lautesten mitgesungen wurde bei Mary Hopkins “Those Were The Days, My Friend”, und der Abend endete mit dem durch Sinatra unsterblich gemachten “New York, New York”, zu dem nahezu alle Gäste Arm in Arm eine Art Sirtaki hinlegten.

Das i-Tüpfelchen war das Essen, denn der Pub servierte auch Thai-Food. Es gab zwar echte Sitzgelegenheiten mit Tischen in Restaurantaufstellung, aber abgeschottet von der musikalischen Aktion. Die umfangreiche Starter-Platter für zwei schmeckte daher an der Bar viel besser.

Probiertipp: Thai Kitchen Special Platter

Dicke Empfehlung. June muss man mindestens einmal im Leben erlebt haben. Das ist generationenübergreifendes Wohlgefühl.



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