Coventry nach Ladenschluss

Date April 18, 2007 | Map

Coventry. Zum Sightseeing. Für zwei Stunden. Reicht völlig.

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Ok, sind wir mal fair: Die Stadt kann nichts dafür, dass sie durch die deutsche Luftwaffe im zweiten Weltkrieg extrem verhässlicht wurde. Und sie kann auch nichts dafür, dass sich die englische Wiederaufbauarchitektur ästhetisch gesehen nicht viel von der deutschen unterscheidet. Dennoch, im Vergleich mit der unter ähnlicher Zerstörung leidenden Partnerstadt Dresden zieht Coventry leider deutlich den Kürzeren.

Bei Trips nach Außerhalb nehme ich mir normalerweise immer etwas Zeit, um den Ort etwas zu erkunden, denn englische Städte haben oftmals einiges zu bieten. Bei meinem Tagesbesuch der Warwick University, die sich zu meiner Verwirrung gar nicht in Warwick, sondern in Coventry befand, plante ich daher zwei Stunden ein, um Coventry kennenzulernen. Bei einer 300.000 Einwohner zählenden Stadt ja auch durchaus ok. Nur waren es letztendlich etwa eineinhalb Stunden zuviel.

Hätten meine zwei Stunden noch innerhalb der normalen Geschäftsöffnungszeiten gelegen, hätte es immerhin ein paar alternative Beschäftigungsmöglichkeiten gegeben. So aber kam ich in die Innenstadt und sah Geschäfte, Museen und alles weitere gerade schließen. Super. Besonders in einer Stadt, deren Hauptattraktionen offensichtlich die durchaus großzügigen Einkaufsangebote waren.

Also gab ich mir Mühe, Coventrys schöne Seiten zu entdecken. Da wäre natürlich zuallererst die Kathedrale, bzw. deren Ruine. Hatte zwar auch schon zu, aber war ein beeindruckendes Mahnmal der Zerstörungswut des Krieges. Die moderne Kathedrale direkt daneben war, nun, gewagt, hatte aber besonders im historischen Kontext betrachtet hohen Symbolwert.

Ansonsten entdeckte ich noch die Spon Street, eine kleine Straßenzeile mit Gebäuden aus der Tudor-Zeit, von denen viele allerdings nicht wirklich original sind. Sehr nett auch das Canal Basin, immerhin ein paar Meter Kanalidylle. Ansonsten gab’s nicht viel, oder es war zu. Etwa eine Stunde schlug ich durch zielloses Umherwandern tot, so dass ich am Ende immerhin fast jeden Pfad des weiteren Kathedralenviertels abgelaufen hatte. Ist ja auch was, dennoch habe ich mich ziemlich über den Zug gefreut, der mich wieder zurück nach London brachte.

Bald muss ich nochmal dorthin, dann nehme ich mir aber das Umland vor. Und das echte Warwick, nicht die Uni am Stadtrand von Coventry.



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